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Kronsaumverletzung: Kronsaumverletzungen können bei einer scheinbar geringfügiger Ursache sehr unangenehme Auswirkungen haben. Die Aussichten richten sich nach Lage, Größe und Tiefe der Verletzung und nach derEmpfindlichkeit des Pferdes gegen Infektionen (Phlegmone!). Bei nicht geimpften Pferden ist das Tetanusrisiko sehr hoch. Ursachen: Tritte, Anschlagen (z.B. beim Springen), Greifen z.B. bei Stops und engen Wendungen. Sehr schlecht wie immer Stollen.
Oberflächliche Verletzung: Meist sind diese belanglos, aber so gut wie immer infiziert.
Behandlung: Je nach Lage ist ein Angußverband für einen Tag sehr gut, sicher zumindest besser als das beliebte Blauspray. Haare über der Wunde
sollten abgeschnitten werden, da sie die Wundoberfläche ständig reizen könnten und so die Heilung behindern.
Achtung: Auch bei scheinbar kleinen Verletzungen sehr sorgfältig untersuchen, ob ein Fremdkörper in der Wunde steckt, eventuell zwischen Hornwand und Lederhaut. Dies passiert nicht selten durch Anschlagen beim Springen über Holzhindernisse, z.B. Baumstämme.
Immer Verdächtig: starke Lahmheit. Meist ragt nur der kleinste Teil des Fremdkörpers über den Kronrand hinaus. Oft ist er leichter zu tasten (Schmerzreaktion!) als zu sehen. Ein Entfernen ist ohne örtliche Betäubung (Tierarzt) kaum möglich.
Tiefere Verletzung - eventuell einhergehend mit Quetschung der Kronenhaut oder Trennung von Saumband und Hornwand:
Eine Behandlung muss rasch erfolgen, sonst kommt es leicht zu Komplikationen:
Behandlung: Haare am Kronsaum abschneiden Entozon- Angußverbände für mehrere Tage Bei tieferen Verletzungen anschließend Salbenverbände bis zur völligen Abheilung! Keine lebertranhaltigen Salben, da sie unterhalb von Karpal- bzw. Sprunggelenk die
Bildung von überschüssigem Wundgewebe fördern. Bei Saumbandtritt: Darunter liegendes Horn halbmondförmig abschneiden mit
schrägem Anschluss zur intakten Lederhaut. Mindestens drei Tage nur sehr schonend bewegen (Schritt).Bei Anzeichen von Gelenkverletzungen immer Tierarzt!! Stets sorgfällig auf sich ausbreitende Schwellungen achten und drei Tage Fieber messen!
Kronsaumentzündung:
Der Kronsaum schwillt an, umschrieben oder am ganzen Huf. Das ist leicht daran zu erkennen, dass die darüber liegenden Haare igelartig abstehen. Bei länger dauernder Erkrankung wird rissiges, rindenartiges, manchmal in Parallelringen angeordnetes Horn gebildet.
Ursachen: - Kronentritte - Stauchungen - Distelstiche auf der Weide - Verbrennungen, Verätzungen - Einreibungen mit zu scharfen Mitteln
Behandlung: Ursache entfernen! Gute Aussichten bestehen nur in frischen Fällen.
Entozon - Angußverbände für einen Tag. Dann desinfizierende Salbenverbände (Jodsalbe, Entozonsalbe) für ca. drei Tage. Falls nötig,noch einige Tage Verbände mit hautpflegender Salbe (z.B.Bepanthensalbe). In schweren Fällen für mehrere Tage Antibiotika.Kronsaumentzündungen sollte man nicht unterschätzen! Sie werden sehrleicht chronisch und sind dann kaum noch heilbar!
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